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Das Cem-Haus

Bei dem Cem-Haus handelt es sich zunächst – wie bei einer Kirche oder einer Moschee auch – um ein Sakralgebäude bzw. ein Gebetshaus. Es ist der Ort, an dem Alevitinnen und Aleviten zusammenkommen, um ihren Gottesdienst durchzuführen.

Der wohl größte Unterschied zu einer Moschee ist – wenn man die gravierenden architektonischen Unter-schiede, wie z.B. das Fehlen eines Minaretts ausblendet – die Tatsache, dass Männer und Frauen gleich-berechtigt und miteinander, d.h. ohne räumliche Trennung die Cem-Zeremonie, also den Gottesdienst durch-zuführen.

Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, dass es in einem Cem-Haus keine hierarchische Architektur in Form von Podesten, Kanzeln oder dergleichen wie in einer Kirche oder einer Moschee gibt. Geistliche und die Gläubige stehen bei den Aleviten auf gleicher Stufe.

Der alevitische Glaube hat nicht nur eine theologische Komponente. Kunst, Kultur und Wissenschaft sind seit Jahr-hunderten gleichwertiger Bestandteil des alevitischen Glaubens. Aus die-sem Grund besteht ein Cem-Haus nicht nur aus dem eigentlichen Sakral-bereich, also jenem Saal in dem die Gottesdienste durchgeführt werden, sondern aus einer ganzen Reihe von Räumlichkeiten, in denen Kunst, Kultur und auch Wissenschaft betrie-ben werden kann. In fast jedem Cem- Haus gibt es daher Räume, in denen Musik- und Tanzkurse, Literatur-abende oder aber auch Theater-aufführungen stattfinden können.